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09 | 02 | 2012
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Langzeit-Archivierungssystem für H.C. Starck Drucken

H.C. StarckBei H.C. Starck fallen ernorme Mengen von Produktions-Prozessdaten an, deren Archivierung bislang umständlich und zeitaufwändig weitestgehend per Hand erfolgte. Ein neues Langzeit-Archivierungssystem (LAS) sorgt künftig für mehr Sicherheit bei gleichzeitig geringeren Kosten.

Beim weltweit agierenden Unternehmen H.C. Starck, fokussiert auf die Herstellung und Weiterverarbeitung von hochreinen Pulvern aus Refraktärmetallen, fallen am Standort Goslar  permanent umfangreiche Produktions-Prozessdaten wie pH-Werte, Temperaturen, Drücke etc. an. Diese Daten stammen von u.a. Prozessleitsystemen und werden zeitgesteuert auf einem Fileserver abgelegt. Wenn der Festplattenplatz auf diesem Server erschöpft ist, werden die Daten bisher händisch auf andere Datenträger kopiert und dem Betrieb übergeben (und somit archiviert). Dieses Vorgehen ist durch die stetig ansteigenden Datenmengen sehr zeit- und somit kostenaufwändig. Des Weiteren ist die Haltbarkeit der Datenträger von mehr als 10 Jahren nicht gewährleistet.

Ziel ist es daher, am Standort ein Langzeitarchivierungssystem (LAS) zu installieren, welches vollautomatisch die Daten archiviert. Dieses System soll als Neuanlage in die bestehende Infrastruktur integriert werden und muss außerdem eine ganze Reihe von Anforderungen erfüllen:

  • Automatisierung: Das Archivieren der Daten muss vollautomatisch geschehen; ein manueller Eingriff soll nur noch zu Kontrollzwecken erfolgen.
  • Skalierbarkeit: Eine sukzessive Erweiterung bei ansteigenden Datenaufkommen muss möglich sein.
  • Ausfallsicherheit: Das LAS muss redundant ausgelegt sein und in zwei Brandabschnitten installiert werden.
  • Online-Verfügbarkeit: Die Daten müssen mindestens 1 Jahre online verfügbar sein.
  • Offline-Verfügbarkeit: Die Daten müssen mindestens 10 Jahre offline verfügbar sein und für den Anwender transparent im Zugriff bleiben.
  • Haltbarkeit: Die Datenträger müssen eine vom Hersteller garantierte Lebensdauer von mindestens 15 Jahren haben.
  • Flexibilität: Zukünftige Archivierung von Datenbanken muss realisierbar sein.
  • Unabhängigkeit: Die Archivierung muss unabhängig vom Datenformat erfolgen.
  • Wartung: Das LAS muss fernwartbar sein.

Die Hardware-Grundlage bilden zwei HP ProLiant DL380G04 Server und zwei optische Plasmon UDO Librarys, die über iSCSI-Bridges angeschlossen sind. Um für eine Ausfallsicherheit in zwei Brandabschnitten zu realisieren, kommt die Cluster-Software Autostart SE von EMC zum Einsatz, die eine Datenspiegelung der beiden Server gewährleistet.

Für die Virtualisierung der UDO-Librarys sorgt die Software QStar aus dem Hause Dicom. Mit QStar ist es möglich, die gesamte Kapazität der Library als ein Volume darzustellen und es als Netzwerklaufwerk zu präsentieren. Über den Mechanismus der Library-Virtualisierung erreicht man eine hohe Flexibilität und Erweiterbarkeit des Gesamtsystems. Die Auslagerung der Daten erfolgt regelbasiert über den File Migrator Agent der Firm Grau DataStorage.

Durch die zentrale Archivierungslösung ist das händische Kopieren entfallen. Bei jeder Anlage ist eine detaillierte Betrachtung des Archivierungskonzepts nicht mehr erforderlich, das LAS wird einfach als Netzlaufwerk eingebunden und steht somit für den Export von Produktions-Prozessdaten zur Verfügung.