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18 | 05 | 2012
PDV-Systeme
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Fernzugriff vom Linux-Desktop auf X-Anwendungen Drucken

Immer mehr Unternehmen setzen für Teilbereiche auf kostengünstige Linux-Desktops. Jedoch ist für Linux-Anwender der Fernzugriff auf X-Anwendungen im WAN aufgrund der Eigenheiten des X-Window-Systems-Prokolls nur unzureichend möglich. Jüngste Hummingbird-Lösungen schaffen Abhilfe.

Vor allem als Server-Betriebssystem erfährt Linux als praktikable und kostengünstige Alternative eine immer größere Akzeptanz in den Unternehmen. Auf PC-Seite allerdings ist der Linux-Desktop noch etwas rar, aber auch hier sehen viele Analysten und Trendbeobachter eine Wendung, und manche Hersteller wie beispielsweise Dell liefern bereits im großen Stil Desktop-PC’s und Notebook mit vorinstalliertem Linux aus.

Ein weiterer offenkundiger Trend ist die wachsende Zahl mobiler Arbeiter. Dazu zählen die Dauerreisenden im Außendienst, Arbeitnehmer, die teils im Unternehmen, teils im Außendienst arbeiten, sowie „virtuelle“ Büroangestellte, die einen großen Anteil ihrer Arbeitszeit vom Home-Office aus erbringen. Und dieser Trend setzt sich deutlich fort. Wenn jedoch mobile Anwender mit einem Linux-Desktop ausgestattet werden oder wenn Nutzer eines Linux-Desktops mobile Arbeiter werden, werden sie unmittelbar feststellen, dass der X-Window-Zugriff auf Unternehmensanwendungen über Linux überhaupt nicht effizient funktioniert. Die Ursache dafür liegt im X-Window-Systems-Protokoll.

Ursprünglich wurde das X-Window-Systems-Prokoll in den 1980er Jahren für den Einsatz in Netzwerken mit niedrigen Latenzzeiten und relativ hohen Bandbreiten konzipiert. In einem LAN funktioniert das Protokoll daher mit hoher Leistung, und dass, obwohl es zu den eher „geschwätzigen“ Protokollen gehört: Das Drücken und Loslassen einer Taste, die Anzeige jeder einzelnen Zeile, jedes Pixels und jedes einzelnen Buchstabens auf dem Bildschirm, jede Bewegung der Maus oder das Blinken eines Cursors kann Netzwerkverkehr verursachen.

Darüber hinaus spielen die Latenzzeiten eine entscheidende Rolle. Denn diese potenzieren sich durch die schiere Menge an Roundtrips und den damit verbundenen Datenverkehr im Netz, der durch das X-Protokoll verursacht wird (100 Millisekunden mehr an Latenzzeit multipliziert mit 1.000 Roundtrip-Aufrufen ergibt eine Verzögerung von 100 Sekunden). In einem LAN steht in der Regel genügend Bandbreite zur Verfügung, werden Roundtrips in kürzester Zeit erledigt.

Die Netzwerkverbindungen, die mobile Arbeiter nutzen, weisen jedoch in der Regel nicht die üblichen LAN-Eigenschaften auf. Folglich leidet die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des X-Protokolls erheblich. Für Linux-Anwender ist der Fernzugriff auf X-Anwendungen auf traditionellem Weg im WAN fast nicht möglich.

Ein neues X für Linux

Glücklicherweise werden Linux-Anwender von der Nutzung von X-Anwendungen wegen der Beschränkungen des X-Protokolls nicht ausgeschlossen. Es gibt Lösungen auf dem Markt, mit denen sich alle Probleme im Zusammenhang mit Fernzugriff und -bereitstellung von X-Applikationen lösen lassen. Eine solche Lösung muss einigen entscheidenden Ansätzen folgen:

Das Ziel besteht darin, die Datenmenge, die ein Netzwerk mit hohen Latenzzeiten und niedrigen Bandbreiten durchquert, auf ein Minimum zu reduzieren. In der Regel können nur Protokolle, die sich komprimieren und zwischenspeichern lassen, dieses Ziel erreichen.

Das Protokoll muss auf intelligentere Art und Weise als bisher kontrolliert werden, so dass sich der Kompressions- und Optimierungsgrad dynamisch ändern lassen, und zwar automatisch in Abhängigkeit der verfügbaren Bandbreite.

X ist deshalb von der Netzwerkleistung so abhängig, weil es eine übermäßig große Zahl an Roundtrips aufruft. Das Protokoll und die neue Architektur müssen daher so konzipiert sein, dass die Roundtrip-Aufrufe auf das absolute Minimum reduziert werden. Dis gilt speziell für die Aufrufe zwischen den Anwendern und der Mittelschicht, da diese Verbindung im Normalfall von geringerer Qualität ist.

Das Protokoll und die neue Architektur müssen einen integrierten Sicherheitsmechanismus aufweisen, der für den Datenverkehr im WAN und Internet verantwortlich ist. Dieser sollte mindestens eines der zahlreichen Standard-Sicherheitsprotokolle für mehr Sicherheit unterstützen.

Die meisten entsprechenden Lösungen verwenden eine Mehrschichtenarchitektur. Dabei wird die Zwischenschicht – ein Gateway – zwischen den X-Anwendungen und dem Anwender platziert. Dort herrscht eine parallele, bidirektionale Kommunikation: das Gateway spricht mit den mobilen Linux-Anwendern über ein anderes Protokoll, das schnell, effektiv und sicher im Internet funktioniert, während es für die Kommunikation mit den X-Anwendungen das native X-Protokoll über LAN verwendet. Der große Vorteil dieser Architektur besteht darin, dass sie effizient im Internet funktioniert und gleichzeitig mit Tausenden von X-Applikationen kompatibel ist.

Neue Tools, neue Hoffnung

In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben zahlreiche Unternehmen eine Vielzahl von X-Anwendungen implementiert, um damit unternehmensrelevante Aufgaben zu erledigen. Es wäre mit einem sehr hohen finanziellen Aufwand verbunden, von der Nutzung des X-Protokolls komplett abzurücken. Daher ist es wichtig, die Kompatibilität mit dem X-Protokoll zu erhalten und die nötigen Veränderungen an den X-Anwendungen möglichst gering zu halten.

Die Mehrschichtenarchitektur und die Präsenz eines Mittlers zwischen Anwendungen und Linux-Desktops eröffnen dabei ein unbegrenztes Potenzial. So wichtige Funktionen wie Session Sharing, Schattensitzungen, Suspend und Resume oder Crash Protection sind jetzt möglich. Anwender einer Lösung für den Fernzugriff auf X-Applikationen haben dadurch einen Vorsprung hinsichtlich Leistung und Produktivität gegenüber Anwendern des Linux-Standards. Hummingbird Connectivity bietet mit seinen Produkten genau solche Zugriffslösungen für UNIX zu UNIX (Exceed onDemand®) oder von UNIX zu Windows (Exceed-Produktfamilie).

Die kontinuierliche, eng an den Kundenbedürfnissen orientierte Entwicklung der PC-X-Server Lösungen beschert dem Softwarehersteller Hummingbird Connectivity seit Jahren eine überragende Marktführerschaft in diesem Bereich, und auch die nunmehr 15 Jahre währende Partnerschaft mit PDV-Systeme ist ein Beleg für die Anerkennung der Produkte. Die jüngsten Lösungen, insbesondere Exceed Freedom™, werden aufgrund ihrer innovativen Vorzüge diesen eingeschlagenen Weg erfolgreich fortführen.